Warum sich viele Frauen in der prämenstruellen Phase und während der Menstruation so erschöpft fühlen
- 21. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Juli
Viele Frauen* kennen es: In der zweiten Zyklushälfte sinkt die Energie, die Stimmung verändert sich und während der Menstruation fühlt sich der Körper besonders müde und sensibel an. Doch warum ist das so?
Die zweite Zyklushälfte: Wenn der Körper auf Rückzug schaltet
Nach dem Eisprung beginnt die Lutealphase. Es ist eine Zeit, in der der Körper hormonell auf Ruhe und Regeneration umstellt.
Progesteron übernimmt die Führung
In der zweiten Zyklushälfte ist Progesteron das dominante Hormon. Es wirkt beruhigend auf das Nervensystem, fördert den Schlaf und macht natürlicherweise müder. Das ist biologisch sinnvoll, denn der Körper bereitet sich in dieser Phase auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
Östrogen sinkt und damit auch die Vitalität
Östrogen, unser „Vitalitäts- und Stimmungsbooster“, fällt nach dem Eisprung ab. Dieser Rückgang beeinflusst Stimmung, Energie und Antrieb. Viele Frauen fühlen sich introvertierter, weniger sozial und brauchen mehr Rückzug.
Späte Lutealphase: Der Energieabfall wird spürbar
Etwa 8–14 Tage nach dem Eisprung beginnen die Hormone deutlich zu sinken. Das kann zu Müdigkeit, erhöhter Erholungsbedürftigkeit und emotionaler Sensibilität führen. Der Körper signalisiert klar: Bitte mehr Ruhe.
Menstruation: Der Körper leistet Schwerstarbeit
Mit Beginn der Menstruation fallen alle Hormone auf ein Minimum. Das bedeutet:
Die Energie ist niedrig
Das Nervensystem braucht Ruhe
Die emotionale Sensibilität steigt
Der Körper baut die Gebärmutterschleimhaut ab. Das ist ein physiologisch intensiver Prozess
Viele Frauen* benötigen in dieser Phase mehr Schlaf, Pausen und Erholung. Es ist die Zeit des Rückzugs und der Regeneration.
Warum wir heute trotzdem „funktionieren müssen“
Obwohl unser Körper in der Lutealphase und Menstruation nach Ruhe verlangt, sieht unser Alltag heute oft anders aus:
Termine und Verpflichtungen lassen sich nicht verschieben
Der Anspruch an die eigene Leistungsfähigkeit bleibt gleich hoch
Training, Arbeit und To-do-Listen laufen weiter
Soziale Erwartungen bestehen unabhängig vom Zyklus
Dieser Widerspruch erzeugt einen negativen Kreislauf:
Wenn der Körper Ruhe braucht, sie aber nicht bekommt, sinkt die Energie noch weiter. Wir fühlen uns erschöpfter, reizbarer und weniger belastbar und werden immer noch müder.

Was wir tun können
1. Beobachten
Ein Zyklusjournal kann enorm hilfreich sein:
Wann habe ich wie viel Energie?
Wie wirken sich Stress und Verpflichtungen auf mein Wohlbefinden aus?
Wo gönne ich mir Pausen und wie geht es mir danach?
Was tut mir gut in Phasen der Erschöpfung?
2. Mindset verändern
Der wichtigste Schritt:
„Mein Körper braucht in der zweiten Zyklushälfte Ruhe und ich darf sie mir nehmen.“
Viele Frauen tragen hinderliche Glaubenssätze in sich: Ich muss funktionieren. Ich darf keine Pause machen. Ich muss immer leistungsfähig sein.
Diese Muster dürfen hinterfragt und verändert werden.
3. Regeneration integrieren
Finde Methoden, die dir guttun und baue sie bewusst in deinen Alltag ein:
kleine Pausen
Atemübungen
Spaziergänge
sanfte Bewegung
früher schlafen gehen
soziale Termine reduzieren
Oder alles, was dir sonst noch gut tut.
4. Ernährung bewusst einsetzen
Eine nährstoffreiche, entzündungshemmende Ernährung kann den Körper in der zweiten Zyklushälfte und während der Menstruation spürbar entlasten. Gerade dann, wenn die Energie sinkt und das Nervensystem empfindlicher reagiert, lohnt es sich, den Körper nicht zusätzlich zu belasten.
Hilfreich ist es unter anderem,
Zucker, Koffein und Alkohol zu reduzieren, da sie das Nervensystem stressen und Energieeinbrüche verstärken
hochverarbeitete Lebensmittel zu meiden, die Entzündungen fördern
viel Gemüse zu essen, um den Körper mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen
Besonders wertvoll sind antioxidative Lebensmittel, die die Zellen schützen und die Regeneration unterstützen. Dazu gehören Beeren, dunkles Blattgemüse, Paprika und Kreuzblütler wie Brokkoli oder Blumenkohl.
Eine bewusste Ernährung ist kein strenges Regelwerk, sondern eine liebevolle Unterstützung für den Körper in einer Phase, in der er besonders viel leistet.
5. Kleine Helfer: Ätherische Öle für mehr Balance
Ätherische Öle können in Zeiten der Erschöpfung eine sanfte, aber wirkungsvolle Unterstützung sein. So wirken Lavendel oder Bergamotte stimmungsaufhellend oder Zitrone und Pfefferminze anregend und belebend.
Dein Körper leistet in der 2. Zyklushälfte unglaublich viel und zeigt dir deutlich, was er gerade braucht. Du darfst Schritt für Schritt herausfinden, was dir in Phasen der Erschöpfung wirklich guttut. Jeder Mensch ist individuell und braucht unterschiedlich viel Ruhe und Erholung und genau das darfst du dir geben, ohne Rechtfertigung und ohne schlechtes Gewissen.
Falls du dir Unterstützung im Angehen von starker Erschöpfung wünschst, buche gerne ein Vor- oder Erstgespräch bei mir in Cham (Zug).
Ich freue mich auf dich!



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